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Mac Zimmermann
Werke von Zimmermann bei NewArt24



Mac Zimmermann erblickte am 22. August 1912 in Stettin das Licht der Welt.

Die Werkschule in Steten, in die er 1930 eintrat, verließ er bald wieder, um sich selbst weiterzubilden. Frühe Zeichnungen, meist mit Feder oder Bleistift in filigranem Strich ausgeführt, zeigen eine sozialkritische Neigung, die ihn auch zu entsprechenden Illustrationsthemen, darunter Zolls Roman 'Anna' und die 'Dreigroschenoper', führte. 1934 ging er nach Hamburg und arbeitete dort als Bühnenbildner, Pressezeichner und Lehrer an einer privaten Zeichenschule, bis er 1938 nach Berlin übersiedelte. Um 1940 begann er, sich unter dem Einfluß der 'Pittura metafisica', der phantastischen Malerei zuzuwenden.

Der Übergang erfolgte so konsequent, daß der junge, in der Kunstdiktatur des Nationalsozialismus völlig isolierte, zeitweilig mit Malverbot belegte und verfolgte Künstler schon 1945, als wieder eine freie Kunstäußerung möglich wurde, mit einer überzeugenden, für sich stehenden Formenwelt hervortreten konnte, die sogleich Anerkennung fand: 1946 hatte er seine erste Gesamtausstellung bei Gerd Rosen in Berlin und folgte für ein Jahr dem Ruf an die Landeskunstschule Weimar; 1948 war er zum ersten Mal auf der Biennale in Venedig vertreten, die ihn 1954 auch in der großen Surrealisten-Sonderschau zeigte; 1950 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Berlin und war neben Hofer, Schmidt-Rottluff und anderen Gründungsmitglied des neuen 'Deutschen Künstlerbundes'. 1958 übernahm Zimmermann eine Professur an der Berliner Hochschule für Bildende Künste; seit 1964 lehrte er an der Münchner Akademie.

Noch in den 40er Jahren wurde Zimmermann neben Rudolf Schlichter und Edgar Ende zum wichtigsten Vertreter der phantastischen Malerei in Deutschland, wobei er dem älteren Surrealismus nähersteht als dem phantastischen Realismus der sogenannten Wiener Schule und der nachrückenden Generation. Ohne theoretische Festlegung, die er nie gesucht hat, erkennt Zimmermann die Möglichkeiten des psychischen Automatismus an, wie er 1924 von Breton im ersten surrealistischen Manifest definiert wurde; sein Schaffen ist jedoch weniger vom bloßen Spiel des Gedankens, dem dadaistischen Gen des Surrealismus, bestimmt, als vielmehr von der Allmacht des Traumes. Seine Bilder sind entgrenzte Bühnen der Phantasie, auf denen geisterhafte Wesen und Formen agieren, oft in scheinbar schwereloser, gleitender Bewegung. Traumhaftigkeit bestimmt vor allem die Beziehung der Figuren und Formen untereinander, die magisch-unterbewußte Thematik ihrer Begegnungen.

In der Federzeichnung entwickelte Zimmermann eine zart strichelnde Technik, die aber nie skizzenhaft-emotional ausgreift, sondern die geschlossene, ja silhouettierte Form sucht. In seiner ersten surrealistischen Phase formte er aus teils realistischen, teils abstrakten Form-Elementen Figurinen von schwebender Eleganz, die sich mit- und ineinander zu Paaren oder Gruppen verbinden; charakteristisch sind dabei Verjüngungen nach oben, Schwellformen nach unten, oft auch gewundene, strähnige Strichlagen, mit denen Körper wie aus Draht geflochten scheinen. Später vereinzelt er diese Figurationen, wobei sich deren innere Struktur festigt; sie wird körperhafter und gewinnt vitale, grotesk-realistische Form.

Flächigeren Ausdruck sucht er in der Lithographie, mit der er sich seit 1947 beschäftigt; mit wenigen, oft nur in sich abgestuften Farbtönen faßt er eine Vielfalt zeichnerischer Details zusammen.

Im Gemälde, das Zimmermann mit altmeisterlich gewissenhafte Technik über einer sorgfältigen Untermalung auf Bolusgrund aus führt, neigt er zu warmen, dunklen Farben; oft herrschen erdige Töne vor. Die Figuration ist fast stets vordergründig gegen einen weiten, Endlosigkeit andeutenden Horizont gesetzt - gleichsam Assoziation, getragen von Intuition.

In den 50er Jahren gestaltet er oft eine Welt aus Fragmenten, bizarren Formen und durchbrochenen Gebilden wie Debüt von 1954. In einer neueren Phase etwa seit 1960, dominiert nach wenigen, rasch verworfenen abstrakten Versuchen wieder die Figurenwelt seiner Zeichnungen grazile, gesichtslose Gestalten inszenieren ein intimes Traumspiele. Diese Bildwelt ist im Ursprung visionär. Zimmermann spricht einmal über die "vom Verstand kontrollierten Zufälligkeiten"; der Künstler müsse einen Sinn dafür haben, "Seltsamstes heraufzubeschwören". Doch wäre es ein Irrtum, dahinter ein von Zeit und Umwelt gelöstes bloßes Spiel der Phantasie zu vermuten.

Was hier seinen Ausdruck findet, ist durchaus symbolisch formulierte Ahnung und Erfahrung des Lebens in unserer Zeit. Die kritische Einfühlung, die dem zugrunde liegt, bestimmt auch die erfolgreiche Lehrtätigkeit Zimmermanns, von dessen Berliner Schülern sich vor allem Hinnerk Schrader (geboren 1932), Peter Collien (geboren 1938) und Reiner Schwarz (geboren 1940) früh durchsetzen konnten.

Mac Zimmermann starb am 11. Juni 1995



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